Inflation bleibt größte Sorge der Menschen in Deutschland

Der Wochenmarkt im Berliner Stadtteil Schöneberg. Der Wochenmarkt im Berliner Stadtteil Schöneberg.

Der Wochenmarkt im Berliner Stadtteil Schöneberg.

Quelle: Christoph Söder/dpa

Einer Umfrage zufolge bereiten rasant steigende Preise den Verbrauchern derzeit deutlich mehr Sorgen als der Ukrainekrieg, der Klimawandel oder die Corona-Pandemie. Und die Zukunftserwartungen sind düster.

DStarke Preissteigerungen in fast allen Lebensbereichen bereiten den Menschen in Deutschland derzeit mehr Sorgen als vieles andere. Auch der Krieg in der Ukraine, der Klimawandel oder die Corona-Pandemie können da nicht mithalten. Das ist das Ergebnis einer am Samstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey.

Etwa 57 Prozent der mehr als 1.000 Befragten gaben an, dass ihre derzeit größte Sorge die Inflation sei. Das ist eine weitere deutliche Steigerung im Vergleich zu einer Umfrage im Juni, als 48 Prozent die Preisentwicklung als Problem Nummer eins nannten. Mehr als zwei Drittel der Befragten erwarten weiter steigende Preise.

Das Thema Inflation hat laut Experten McKinsey in den letzten Monaten alle anderen Sorgen fast vollständig in den Hintergrund gedrängt. Zum Vergleich: Nur 18 Prozent der Befragten nannten den Krieg in der Ukraine als größte Sorge, 6 Prozent den Klimawandel und 3 Prozent die Covid-19-Pandemie.

„Für immer mehr Menschen in Deutschland lässt der Geldbeutel derzeit keine Konsumfreiheit über das unbedingt Notwendige hinaus“, berichtet McKinsey-Experte Marcus Jacob. Nach eigenen Angaben musste bereits mehr als ein Drittel der Verbraucher den Konsum von nicht lebensnotwendigen Artikeln deutlich einschränken. Mehr als die Hälfte kann nichts auf den hohen Rand setzen.

„Es tut sich einiges: Vier von fünf Menschen in Deutschland ändern derzeit bewusst ihr Einkaufsverhalten angesichts der neuen Realität, die sie auf der Rechnung wahrnehmen und spüren“, sagte Jacob. Günstigere Eigenmarken werden häufiger gekauft als Discounter. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, zu Hause bewusst Energie zu sparen. Rund 16 Prozent haben laut Umfrage bereits einen Urlaub storniert.

Steigende Preise wirken sich auch auf die Weihnachtspläne aus: 53 Prozent der Befragten wollen weniger Weihnachtseinkäufe tätigen, 12 Prozent wollen sogar ganz auf Weihnachtseinkäufe verzichten.

Insgesamt blicken die Menschen in Deutschland der Umfrage zufolge deutlich pessimistischer in die Zukunft als die Menschen in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Spanien. Fast jeder zweite Bundesbürger rechnet laut Umfrage mit langfristigen Auswirkungen der aktuellen Krise auf die Wirtschaft oder sogar mit einer längeren Rezession.

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