Sport als Ausgleich zum geschftigen Alltag – Emmendingen

Mit 80 Jahren unterrichtet Henrietta Schmieder immer noch Aerobic-Kurse für den Turnbund Emmendingen.

(er). Auch mit 80 Jahren kann sich Henrietta Schmieder ein Leben ohne Turnen nicht mehr vorstellen. Im vergangenen Jahr stellte sie das Sportabzeichen zum 40. Mal her: „Aber es war auch das letzte Mal. Damit ist jetzt alles vorbei, zumal der Sportverein auch für uns Senioren die Effizienz gesteigert hat. Dafür müsste ich zu viel ins Training investieren.“ Und Zeit hat sie auch nicht. Seit 1986 ist die Rentnerin Sekretärin des Emmendinger Turnerbundes. Da muss man Henriette Schmieder fragen. Das mag sie nicht Aufregung um ihre Person: “Die bisherige Sekretärin hat gekündigt und dann wurde ich gefragt. In der Schule habe ich immer lieber Diktate geschrieben als Aufsätze. Und jetzt muss ich Sekretärin werden. Das wollte ich nicht.” Büro an eine jüngere Person. Jemanden, der sich auch mehr mit Computern auskennt. Ich mache einiges davon, aber ich bin in keiner Weise so, als wäre ich auch nicht meine Söhne.

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Henrietta Schmieder turnt seit ihrer Kindheit. Ihr Vater, Fritz Sauter, gründete mit seinem Bruder Adolf in Sexau den Turnerbund. “Sport gehört zu unserer Familie.” Henrietta Schmieder nahm an den Deutschen und Landesturnfesten teil und trat in Singen, Berlin, Dortmund, Rastatt, Frankfurt und Leipzig an. „Einmal in Essen habe ich beim Deutschen Turnfest den dritten Platz belegt, der Wettkampf war aufgeteilt in Leichtathletik und Schlagen“, sagt Emmendingerin. Außerdem vertrat sie Deutschland bei internationalen Präsentationen, beispielsweise in Amsterdam, Lissabon oder Dornbirn im österreichischen Vorarlberg.

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Turnen war für Henrietta Schmieder schon immer ein Ausgleich zum Alltag. Ausdauer beweist sie nicht nur im Sport. Sie verlor früh ihren Mann Werner, der im Alter von 32 Jahren an einem Herzinfarkt starb. Ihre Kinder Natascha, Hendrik, Kerstin und Sascha zieht sie mit der Unterstützung ihrer Mutter und Schwester alleine groß. Denn auch die erst 50-jährige Henrietta Schmieder arbeitet als Bürokauffrau bei Frako in Teningen: „Aber nicht immer Vollzeit. Als die Kinder jünger waren, manchmal Teilzeit.”

Langweilig ist ihr nie. Etwa zur gleichen Zeit, als sie ihre Stelle als Sekretärin antrat, startete sie einen Aerobic-Kurs, der bis heute für TBE-Mitglieder angeboten wird. Zu Spitzenzeiten nahmen 16 bis 20 Personen teil. Nicht zuletzt dank der Krone wurde die Teilnehmerzahl auf drei bis vier reduziert. „Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte“, so Henrietta Schmieder weiter. Ihre Kursleiterlizenz gilt bis 2024/2025: „Ich war für sie zwei, drei Wochen in einer Sportschule und mache alle drei, vier Jahre eine Weiterbildung“, sagt Schmieder. Während der Herbstferien fielen die Aerobic-Kurse aus. Henrietta Schmieder nutzt ihre Zeit zum Backen. „Jetzt habe ich Früchtebrot, dann vier oder fünf verschiedene Plätzchen. Aber Ende November kann ich nicht mehr backen. Im Dezember will ich nicht mehr“, sagt sie. Bezug auf ihren Stundenplan. Die Familie, insbesondere die vier Enkelkinder, wird sich freuen, dass Omas Kekse ihnen Weihnachten bringen.

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