WDR-Sport: Davis-Cup-Krimi gegen Kanada: Struff stark – aber Deutschland raus

Stand: 25.11.2022 08:57 Uhr

Enttäuschte Gesichter kurz nach Mitternacht in Malaga: Trotz einer starken Leistung gegen den kanadischen Favoriten verpassten die deutschen Tennisspieler das Davis-Cup-Halbfinale.

Das ohne Topspieler Oleksandr Zverev angetretene Team von Bundestrainer Michael Kohlmann unterlag am Freitagabend trotz starker Gegenwehr mit 1:2 dem favorisierten Kanada. Die entscheidende Niederlage gab es im Doppel. Kevin Kravitz/Tim Pütz (Coburg/Frankfurt) mussten sich in einem Match auf grünem Hartplatz gegen Vasek Pospishil/Denys Shapovalov mit 6:2, 3:6, 3:6 geschlagen geben.

Erste Niederlage nach 15 Erfolgen

Damit endete auch die Superserie der deutschen Nationalmannschaft, die zuvor 15 Doppelerfolge in Folge in der Mannschaftswertung gefeiert hatte. „Das ist wie bei der deutschen Fußballnationalmannschaft: Sie spielen bis zur 60. Minute unglaublich, aber am Ende verlieren sie“, sagte Kevin Kravitz nach dem Viertelfinale. “Heute war eine herbe Niederlage, aber die ganze Mannschaft hat gezeigt, dass wir mit jedem Team mithalten können.”

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Ich hoffe auf Zverevs Rückkehr: „Er macht uns stärker“

„Das reicht uns nicht. Wir wollen mehr und werden alles dafür tun“, versprach sein Doppelpartner Pütz, hob aber auch den überraschend starken Widerstand des bisher favorisierten Kanadiers hervor. „Wir müssen auch schauen, woher wir kommen und wen wir haben“, sagte Pütz und deutete auf Olympiasieger Alexander Zverev, der verletzungsbedingt in Malaga fehlte. “Wenn er da ist, macht er uns ein bisschen stärker.”

Laut Teamchef Michael Kohlmann hat Deutschlands Nummer eins, der im Frühjahr auch an einem Qualifikationsspiel in Brasilien teilnahm, einmal mehr seine Grundfitness unter Beweis gestellt. „Er hat gezeigt, dass er auch diesen Pokal gewinnen will“, sagte Kohlmann. Er ist überzeugt, Zverev im nächsten Jahr “in irgendeiner Tour” zu sehen.

Auger-Aliasime ist zu stark für Otte

Aber auch ohne Deutschlands beste Tennisspieler muss sich die Herrenmannschaft nicht verstecken. Der 6:3, 4:6, 7:6 (7:2)-Erfolg von Jan-Lennard Struff (Warstein) gegen Shapovalov reichte am Ende nicht, Oscar Otte (Köln) trifft auf Felix Auger-Aliasime als Sechster . in der Weltrangliste 6:7 (1:7), 4:6-Niederlage.

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Deutschlands letzter Davis-Cup-Triumph war 1993, letztes Jahr reichte es für die vierte Runde, in der es schließlich beim späteren Sieger Russland endete, der in diesem Jahr disqualifiziert wird.

Italien ohne Sterne

Kohlmanns Team ließ eine gute Chance aus. Der mögliche Viertelfinalgegner Italien, das nach dem 2:1 gegen die USA nun auf Kanada trifft, muss mit Matteo Berrettini und Yannick Sinner auf zwei seiner besten Spieler verzichten.

Struff startete am Donnerstag (24.11.2022) mit einer schlagkräftigen deutschen Mannschaft in die Startelf und bewies einmal mehr seine Qualitäten als Teamplayer. “Es war mental sehr schwierig, aber ich bin sehr glücklich, dass ich den ersten Punkt geholt habe. Es ist toll, wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft“, sagte der 32-Jährige nach seinem Erfolg bei ServusTV. Der Außenseiter brachte sein Match nach 2:05 Stunden nach Hause, jubelte aber nur kurz: „Es ist noch nichts getan.“

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Otte war nicht weit dahinter

Otte hatte die erste Chance auf den entscheidenden zweiten Punkt, stand aber in Auger-Aliassime vor einer sehr schwierigen Aufgabe, die er nicht lösen konnte. Im Oktober gewann der Kanadier drei Turniere in Florenz, Antwerpen und Basel und setzte sich schließlich gegen den gebürtigen Kölner durch, der nach vier Einsätzen immer noch auf seinen ersten Davis-Cup-Sieg wartet.

Es war am Ende eine harte Aufgabe für den zweifachen French-Open-Sieger Kravitz und seinen neuen Stammpartner Pütz gegen den ehemaligen zweifachen Wimbledon-Sieger Pospisiel und die Nummer 18 der Welt. Shapovalov, der sich ab dem zweiten Satz deutlich steigerte und schließlich für enttäuschte Gesichter im deutschen Team sorgte.

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