Weltklimakonferenz: „Menschheit steuert auf Abgrund zu“, warnt Baerbock

Deutschland COP27 in Ägypten

„Die Menschheit steuert auf einen Abgrund zu“, warnt Baerbock vor der Weltklimakonferenz

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Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock spricht am 4. November 2022 auf einer Pressekonferenz am Ende eines G7-Außenministertreffens in Münster, Westdeutschland. (Foto: Bernd LAUTSTÄRKE / AFP)

Quelle: AFP/BERND LAUTER

Dank jahrelanger Klimaverhandlungen hat sich die Erderwärmung teilweise verlangsamt. Extreme Wetterereignisse verursachen nach wie vor Tod und Zerstörung. Vor der nächsten globalen Verhandlungsrunde in Ägypten warnt Annalena Baerbock mit drastischen Worten.

KKurz vor Beginn der Weltklimakonferenz COP27 in Ägypten hat Deutschland die Eindämmung der Erderwärmung zur obersten Priorität erklärt. „Die Menschheit steuert auf einen Abgrund zu, auf eine Erwärmung von mehr als 2,5 Grad, mit verheerenden Auswirkungen auf unser Leben auf dem einzigen Planeten, den wir haben“, sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Sonntag. Die Welt habe “alle Werkzeuge, die sie braucht, um die Klimakrise zu begrenzen und auf 1,5 Grad zu kommen”.

Zu der am Sonntag beginnenden Konferenz, die erstmals seit 2016 wieder in Afrika stattfindet, werden 40.000 Teilnehmer erwartet. Auf der COP27 haben Vertreter aus fast 200 Ländern in Sharm el Sheikh zwei Wochen lang darüber verhandelt, wie der Kampf gegen die globale Erwärmung gestärkt werden kann. Die Zeit drängt, denn die vergangenen sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Extreme Wetterereignisse unter anderem in Pakistan, Nigeria und Somalia haben zuletzt die enormen Schäden und die tödliche Zerstörungskraft des Klimawandels vor Augen geführt.

Bis 2030 soll der weltweite Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase laut den Forschern etwa halbiert werden. Anders ist das auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 gemeinsam vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu begrenzen, nicht zu erreichen. Nach den Klimaschutzplänen, die die Länder derzeit vorlegen, werden sie aber noch weiter steigen.

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Trotz des russischen Angriffskrieges in der Ukraine soll 2022 „kein verlorenes Jahr für den Klimaschutz werden. Vielen Staaten geht es um das Überleben ihrer Menschen und ihrer Kultur“, sagte Baerbock mit den Ministerien für Wirtschaft, Entwicklung und Umwelt. “Für sie ist die Klimakrise immer noch das wichtigste Sicherheitsthema, nicht Russlands Krieg in Europa.” Diese Staaten erwarten mehr Solidarität von den reichen Ländern.

Aufgrund des anhaltenden Krieges in Europa, aber auch der damit verbundenen Energie-, Ernährungs- und Wirtschaftskrise sowie der wachsenden Staatsverschuldung sind die Erwartungen an die Klimakonferenz recht gedämpft – selbst im Vergleich zur letztjährigen COP26 in Glasgow. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schätzte die Erfolgsaussichten als gering ein. Auch der renommierte Klimaökonom Ottmar Edenhofer und der Klimaforscher Mojib Latif traten zurück.

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Die Konferenz sollte am Sonntagmorgen mit einer Übergabe des britischen COP26-Präsidenten Alok Sharma an seinen Nachfolger, den ägyptischen Außenminister Samih Schukri, offiziell eröffnet werden. Ab Montag werden rund 100 Staats- und Regierungschefs am Roten Meer erwartet, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden. Mit Chinas Staatschef Xi Jinping und Indiens Premierminister Narendra Modi, deren Länder neben den Vereinigten Staaten von Amerika zu den größten CO2-Emittenten gehören, fehlen zwei der wichtigeren Schlüsselfiguren der Konferenz. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin nimmt nicht teil.

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